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Astro-Praxis
Farbmosaik der Filamentstrukturen im Supernovarest SNR im Sternbild Vela

Franz Josef Kühmichel

Abb. 1: Festlegung des Mosaiks

Franz Josef Kühmichel, Breitscheid-Erdbach

Wer einmal Namibia erlebt und Astro-Aufnahmen gemacht hat, wird zugeben müssen, dass die Begeisterungen über den Sternenhimmel und die gewonnenen Astroaufnahmen nachhaltig wirken.

Meine erste Reise in das Land, das zweieinhalb mal größer als Deutschland ist und nur 2,1 Mio. Einwohner zählt, führte mich 2007 auf eine Farm am Fuße des Waterberg. Eine private Sternwarte mit einer 3 m-Kuppel und einem 12"-Teleskop - Meade LX200 - stand mir zur Nutzung kostenfrei zur Verfügung. Hier begann meine Begeisterung für die Astronomie und die Astro-Fotografie. Kenntnisse, die ich in mehreren Workshops erworben hatte, konnte ich alljährlich hier in die Praxis umsetzen und vertiefen.

In diesem Jahr führte mich meine Reise im April auf die Tivoli-Farm. Für meine Aufnahmen verwendete ich eine ASAMontierung DDM60 PRO, einen hyperbolischen ASA-8"-Astrographen mit f/2,9 und eine CCD-Camera FIL ML 8300. Im Filterrad verwende ich Filter von Baader. Ein System, das ohne externe Nachführung perfekt funktioniert und deshalb optimal für die Langzeitbelichtung eingesetzt werden kann. Die Justierung des Astrographen ist einfach und sehr stabil. Die CCD-Kamera kann problemlos auf minus 40° gekühlt werden, auf die Verwendung von Dunkelbildern habe ich deshalb verzichtet.

Als Projekt habe ich einen Ausschnitt aus dem Gum-Nebel in Vela - den Vela- Supernova-Rest SNR - in einer Entfernung von ca. 1.000 Lichtjahren gewählt. Mein Mosaik-Komposit besteht aus 12 Bildern in Schmalbandaufnahme HA und OIII. Da die SII-Emission bei diesem Objekt nahezu identisch mit HA ist, konnte auf diese Aufnahmen verzichtet werden. Das kam meinem Zeitplan sehr entgegen. Bereits um 18:30 Uhr passierte das Objekt den Zenit und für gute Aufnahmen verblieben mir nur drei Stunden je Abend.

Ich entschied mich deshalb dafür, jeden Farbkanal mit 900 sec. zu belichten und für das einzelne Bild je 3 Aufnahmen in HA und OIII anzufertigen. Eine Testaufnahme zeigte genug Signal und ein hervorragendes Signal/Rausch-Verhältnis. In der Summe waren das 18 Stunden Belichtungszeit für das gesamte Projekt.

 

Titelbild Ausgabe 4/2014

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