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Ergebnisse des Traumsonden-Projekts

Abb. 1: Treffen der Jurymitglieder

Abb. 2: P. Osenberg und H. Beister stellen Sternzeit vor

Abb. 3: Die Siegerehrung, Prämierung der Sieger auf dem ATT am 21. Mai 2016 in Essen, Foto: Michael Schomann, Wolfsburg

Dr. Emil Khalisi, Heidelberg

Im Herbst 2015 hatte die sternzeit zu einem Konzept-Wettbewerb aufgerufen, eine Raumsonde zu einem astronomischen Zielobjekt der eigenen Wahl zu entwerfen. Die Absicht der Redaktion ist es gewesen, die Astronomie-Interessierten zu einer Mitarbeit an einem eigenen Raumfahrtkonzept zu bewegen, wenngleich die Realisierung fiktiv war. Nachfolgend präsentieren wir die Ergebnisse.

Die meisten Menschen bekommen Informationen über aktuelle Missionen mit, wenn sie mal in den Tagesschlagzeilen für einen Moment aufflackern. Ein Interessierter erfährt in Internetforen und ggf. durch Zeitschriften, dass gerade eine neue Sonde unterwegs ist. Diese Missionen sind dann gerade eben gestartet oder haben erfolgreich ihr Ziel erreicht. Aber wie kommen sie dorthin? Welcher Vorlauf ist nötig, um dorthin zu gelangen? Wie bereitet sich eine Raumfahrtbehörde auf eine interplanetare Mission vor?

Mit unserer Aktion wollen wir Sie, liebe Leserin und lieber Leser, etwas konkreter an der Wissenschaft teilhaben lassen. Sie konnten einmal selbst eine Raumsonde konzipieren und in Gedanken fliegen, wohin Sie wollten. In der sternzeit 4/2015 haben wir Ihnen die Idee vorgestellt. Ein Motivationsartikel rief zu einem Wettbewerb um eine "Traumsonde" auf. Zusätzlich haben wir einen vierseitigen Flyer an über 1200 Empfänger in Deutschland verschickt. Darunter befanden sich alle bekannten Astronomie-Vereine, Privatpersonen und Privatsternwarten, Astronomie-AGs an mehr als 350 Schulen sowie zahlreiche Presseverteiler. Ins benachbarte Ausland gingen ebenfalls 15 Briefe. Auch im Internet wurde an mehreren Stellen für die Sonderaktion der sternzeit geworben.

Ein wesentliches Fundament bildeten unsere Kooperationspartner, die uns eine Reihe von Gewinnpreisen zur Verfügung gestellt haben: Tele-Optic (Nordhorn), Bresser GmbH (Rhede), Albireo-Verlag (Köln) und die Ferienhausvermietung Zemlin (Stechow). Ohne deren Unterstützung wäre das gesamte Vorhaben nicht möglich gewesen, und die Redaktion bedankt sich ganz herzlich für die wunderbare Zusammenarbeit mit ihnen!

Ein ebensolches Dankeschön geht an die fünf Gutachter, die die Einsendungen bewertet haben: Dr. Janine Fohlmeister (Potsdam), Dr. Susanne Friedrich (Pörnbach), Prof. Dr. Hans-Ulrich Keller (Stuttgart), Jürgen Reichert (Karlsruhe) und Dr. Christian Theis (Mannheim). Zusammen mit dem Organisationsteam haben sie sich nach dem Einsendeschluss in Mannheim getroffen. Der Direktor des Planetariums, Dr. Christian Theis, ermöglichte dort eine Führung und berichtete über den mühevollen und gleichzeitig aufregenden Betrieb in der astronomischen Öffentlichkeitsarbeit.

Die sternzeit hat insgesamt 30 Einsendungen erhalten. Zwei Drittel davon kamen von Schülern bzw. Schülergruppen. Insgesamt 16 Konzepte wurden im Team erstellt. Die größte Gruppe hat 10 Mitglieder und stammt vom Gymnasium Antonianum in Vechta. Mehrere Einsendungen durch dieselbe Gruppe oder dieselbe Person waren erlaubt, doch davon wurde nur einmal Gebrauch gemacht. Auffällig war eine gewisse Häufung von Schülern aus Hannover. Von dort erhielten wir 5 Einsendungen mit unterschiedlichen Traumsondenkonzepten, allesamt aus der Herschelschule. Dr. Frank Jentzsch leitet dort eine Physik-AG und betreut mindestens eine gut funktionierende Astronomiegemeinschaft. Ebenso freuen wir uns, dass Dr. Marco Möller in Hamburg sowie Werner Ziegs in Frankfurt jeweils zwei Schülergruppen aktivieren konnten. Schade war, dass aus den Astronomischen Vereinen sehr wenig Resonanz gekommen ist. Nur die Sternwarte Limburg und die Sternfreunde Münster haben im Rahmen Ihrer Jugendarbeit ein Konzept eingereicht.

Im Mittel wurden 2,9 Seiten geschrieben und 2,6 Bilder pro Konzept erstellt. Einige der Illustrationen wurden mit einer Software eigens entworfen, andere basieren auf bestehenden Bildern aus dem Internet, doch auch handgemalte auf Papier waren dabei. Für uns war eine kreative Idee wichtig, nicht das Medium. Die Bemühung war dennoch erkennbar und floss in die Bewertung mit ein. In einem internen Punktesystem wurden die Kriterien "Innovation", "Wissenschaft", "Technologie" und "Realisierbarkeit" benotet. Beim Gutachtertreffen (Abb. 1) haben wir dann festgestellt, welch eine schwierige Angelegenheit es war, von den unterschiedlichen Entwürfen zu einer angemessenen Bewertung zu kommen.

Das Alter spielte eine sehr große Rolle. Die Teilnehmergruppen waren heterogen aufgebaut und auch das Engagement der Lehrenden und Teamleiter floss in unterschiedlichem Maße in das Werk ein. Doch dies war nicht immer offenkundig. Einige blieben dezent im Hintergrund, andere begleiteten regelrecht ihre Schüler bis zur Einsendung. Es war ja auch alles erlaubt! Daher ist es für uns eine Herkules-Aufgabe gewesen, jeden angemessen zu belohnen. Wir haben uns entschlossen, die Konzepte in drei Altersgruppen einzuteilen, wobei das Geburtsdatum des Gruppensprechers oder ggf. des Gruppenleiters ausschlaggebend war. Wenn es nicht eindeutig feststellbar war (nicht jeder hat sein Geburtsdatum mitgeteilt), kam das Konzept in die Erwachsenengruppe III.

Alle Teilnehmer waren prinzipiell eingeladen, zum Astronomischen Tausch- und Trödeltreff (ATT) nach Essen zu kommen und an der Prämierung teilzunehmen. Die meisten "Treppchen-Sieger" haben die Reise erfreulicherweise auf sich genommen. Dr. Heinz Beister aus unserem Redaktionsteam hat zunächst in einer halbstündigen Moderation zusammen mit Chefredakteur Peter Osenberg die Zeitschrift vorgestellt (Abb. 2): Sie berichteten über die Entstehungsgeschichte und Ziele der sternzeit und dass sich von Zeit zu Zeit Gelegenheiten finden, um Sonderprojekte wie diese durchzuführen. So konnte man auf einen Polarlichtflug und einen Science-Fiction-Wettbewerb zurückblicken. Diesmal - zum 40jährigen Bestehen der sternzeit - stand die Konzeption einer eigenen Raumsonde im Mittelpunkt. Anschließend haben die Sponsoren die Gewinner persönlich ausgezeichnet (Abb. 3) Unter den Hauptpreisen befanden sich optische Geräte für die astronomische Beobachtung, historische Literatur und eine Astronomie-Reise an einen lichtgeschützten Ort in Norddeutschland. Die sternzeit und die Kooperationspartner danken allen Teilnehmern an der Traumsonden-Aktion. Unsere Hoffnung ist es, dass jeder, der sich damit befasst hat, sein Interesse auch in der Zukunft aufrecht erhält: Jeder kann ein astronomisches Thema recherchieren, Bilder kreieren oder die Ergebnisse einer Beobachtungsnacht an die Redaktion schicken. Die sternzeit ist eine Plattform, in der auch kleinere Arbeiten ihren Platz finden.

Altersgruppe I (unter 16 Jahre)

  1. "Mission Europa" - Lintaro Simmel, Hamburg
  2. "Mission Sedna" - Nina Brauer, Rostock
  3. "Bergbau im Kuipergürtel" - Yunis Foß, Hannover
  4. "Mission Europa" - Ole Steinberg, Hamburg
  5. "Uranus Moons and Magnetosphere Explorer" - Sönke Kochems, Wandern
  6. "Life on Titan" - Rohid Bachtjar, Hannover
  7. "Voyager 3" - Kim Weiskopf, Frankfurt
  8. "Bakterienwachstum im All" - Aneza Waraich, Hannover
  9. "Mission Zeus" - Lea Burghardt, Karlsruhe
  10. "Kolonisierung des Mars" - Dilan Salih, Hannover
  11. "Projekt Traumsonde" - Ingo Küttner, Limbach-Oberfrohna
  12. "New Discovery 1" - Nicolas Fink & Eric Römer, Feucht
  13. "Uranus Gasriese" - Magnus Müller, Herford

Altergruppe II (16 - 25 Jahre)

  1. "Mission Phobos" - Maximilian Kleine, Northeim
  2. "Mission Titan" - Andreas Göttker, Münster
  3. "Mission Pluto-Charon" - Luis Dilling, Heidelberg
  4. "Luna Space Explorer" - Maximilian Haucke, Rügheim
  5. "Rubbish Hoover" - Felix Sibert, Oberursel
  6. "Enterprise" - Bernd Meyer-Berg, Vechta

Altersgruppe III (über 25 Jahre)

  1. "Longtime Venus Explorer" - Dr. Christian Jäkel, Beringstedt
  2. "Atom TeleScoop" - Dr. B. Rohwedder/Daniel Hinkel, Ludwigshafen
  3. "Mission Neptun" - Max Bauer, München
  4. "Äußeres Sonnensystem" - Max Bauer, München
  5. "Drifter" - Berthold Fuchs, Limburg
  6. "Erforschung und Kartographie des Asteroidengürtels" - Daniel Waziri, Hannover
  7. "Interstellare Überraschungen" - Stefan Kaechele, Laufenburg
  8. "Traumsonde" - Michael Köchling, Erkrath
  9. "Pflanzen auf dem Mars" - Onno Fridrich, Münster
  10. "Time and Entropie Explorer" - Axel Braunschädel, Bassenheim
  11. "ohne Titel" - Armin Reinhard Binder, Georgen/Baden