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Polarlichtflug über dem Nordatlantik

Peter Osenberg

Abb. 1: Der Autor mit seiner Frau

Abb. 2: Die Crew und Stefan Krause, der Reiseleiter des Fluges (in der Mitte)

Peter Osenberg, Remscheid

Es gibt ein paar Dinge im Leben, die sicherlich jeder von uns einmal gesehen haben möchte. Das mögen besondere Reiseziele oder aber auch Naturschauspiele sein. In meinem Fall zählen hierzu sicherlich die Beobachtung einer totalen Sonnenfinsternis (das habe ich 2006 endlich geschafft) oder auch, live vor Ort bei einem Raketenstart dabei zu sein (das ist mir 2000 in Florida leider versagt geblieben). Den Südsternhimmel habe ich im letzten Jahr bestaunen können. Was also noch? Zweifelsohne die Beobachtung von Polarlichtern!

Da auch meine Frau dieses beeindruckende Schauspiel am Himmel einmal mit eigenen Augen sehen wollte, hatte ich hier kaum Widerstand zu erwarten. Im Gegenteil: das konnte ein prima Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk für sie werden (nun ja, ich würde mich dann selbst auch beschenken "müssen"). Doch welche Möglichkeiten hatte ich, um diesen Wunsch zu erfüllen? Natürlich kam mir sofort ein Urlaub in Nordskandinavien in den Sinn, allerdings im Winterhalbjahr nicht unbedingt ein Traumziel meiner Holden. Wenngleich landschaftlich sicherlich sehr reizvoll, aber auch mit einem gewissen (Schlecht)Wetterrisiko behaftet.

Die Lösung des Problems ist ziemlich einfach und kam mir auf dem letztjährigen ATT in Essen. Man kann doch auch aus einem Flugzeug, über den Wolken und mit nahezu hundertprozentiger Garantie, Polarlichter beobachten. Auf einem Nachtflug, der natürlich in der richtigen Region stattfinden muss. Wie bestellt gibt es hierfür auch ein Angebot: Das Reisebüro in der Bonner Südstadt - Eclipse-Reisen - bietet in Zusammenarbeit mit Air Berlin zweimal im Jahr (im November und im März) einen solchen Flug an. Ich habe mich für den Flug im März 2015 entschieden und hatte damit das Weihnachtsgeschenk in der Tasche.

Am 14.03.2015 war es dann soweit. Der Start in Köln-Bonn war für 21:00 Uhr geplant, die Check-in-Schalter wurden ab 18:30 Uhr bis gegen 19:30 Uhr geöffnet. Wir hatten nicht nur ein eigenes Gate, sondern auch reichlich Platz, quasi einen ganzen Abflugbereich für uns alleine. Um die Zeit starten ja nur noch sehr wenige Maschinen. Doch bevor es losging gab es noch eine Einstimmung auf das, was uns erwarten sollte. Unser Reiseleiter Stefan Krause erklärte in einem etwa halbstündigen Lichtbildervortrag, wie Polarlichter überhaupt entstehen. Dies hat eigentlich gar nicht viel mit Astronomie, sondern viel mehr mit Geophysik zu tun. So erhielten die insgesamt rund 150 Teilnehmer zunächst einmal eine Auffrischung von altem "Schulwissen": wie ist die Erdatmosphäre aufgebaut, in welchen Schichten entsteht beispielsweise das Wetter und wo das Polarlicht. Wobei hier eine gewisse Verwechslungsgefahr mit anderen Leuchterscheinungen am Himmel, wie beispielsweise dem "Airglow" besteht. Am häufigsten treten Polarlichter innerhalb zweier ringförmiger Zonen (je eine auf der nördlichen und südlichen Erdhalbkugel) auf. Diese Zonen, sogenannte Polarlichtovale, umschließen die Magnetpole der Erde. Durch komplexe Wechselwirkungen zwischen Sonnenwind, Magnetosphäre und Erdatmosphäre werden die Teilchen in der Atmosphäre zum Leuchten angeregt. Mit zunehmender Sonnenaktivität wächst auch die Stärke des Sonnenwindes, wodurch die Häufigkeit und Intensität von Polarlichtern zunimmt.

 

Titelbild Ausgabe 3/2015

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