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Stern-Mobil
Astrourlaub in Namibia

Rolf Werder

Abb. 1: Rundhütten-Wohnanlage

Abb. 2: Franz Gilles vor der Sternwarte

Rolf Werder, Düsseldorf

Jeder, der sich für die Sterne interessiert, träumt davon, einmal den südlichen Sternenhimmel zu sehen. Meine Frau und ich haben uns diesen Traum im Sommer 2012 erfüllt. Unser Ziel war die private Sternwarte von Franz Josef und Ruth Gilles auf einer Farm ca. 200 km südwestlich von Windhoek in Namibia.

Nach 11 Stunden Flug und einer gesamten Reisedauer von ca. 17 Stunden kamen wir müde und erschöpft früh morgens am Flughafen in Windhoek an. Dort wurden wir von Franz und Ruth herzlich begrüßt. Mit ihrem alten VW Bully von 1989 ging es zunächst zu unserer ersten Station, der Cuno Hoffmeister Gedächtnissternwarte von Sonja Itting-Enke in Windhoek. Dort blieben wir einige Tage zur Akklimatisierung. Sobald es dunkel wurde und der Himmel klar war, konnten wir mit dem großen Teleskop der Sternwarte - einem 14 Zoll Schmidt-Cassegrain - schon ausgiebig die Highlights des Südhimmels beobachten.

Leider macht sich die Nähe zu Windhoek am Nachthimmel ziemlich negativ bemerkbar. Aber für jemanden, der aus NRW kommt, ist das "Klagen auf hohem Niveau". Nachdem wir uns eingelebt und alle Vorbereitungen für unseren Aufenthalt getroffen hatten und auch die Vorräte im Bully verstaut waren, ging es endlich zu unserem eigentlichen Ziel, der Sternwarte von Familie Gilles. Nach ca. 3 Stunden Fahrt, anfangs auf Asphalt und später nur noch über Schotterpisten, hatten wir auch diesen Teil der Reise überstanden. Vor uns lagen nun zwei Wochen in völliger Abgeschiedenheit.

Kein Telefon, kein Handy, kein Internet, kein Computer, kein Fernsehen, keine Heizung, kein Strom usw. - aber dafür einen dunklen, klaren Himmel. In der Nähe der Sternwarte gibt es zwei landesübliche Rundhütten mit ca. vier Metern Durchmesser, in der wir übernachteten. Daneben stand noch ein kleines Toilettenhäuschen, natürlich alles ohne Heizung. Dies ist nicht jedermanns Sache, zumal die Nächte recht kalt werden können. Wir hatten im Juli z. B. nachts -8 Grad und in unserer Hütte gerade mal 2 Grad. Fließendes Wasser gab es dann erst gegen 10:00 Uhr, wenn die Leitung wieder aufgetaut war. Warmes Wasser wird im Donkey hergestellt. Ein Donkey ist ein senkrecht stehender, mit Wasser gefüllter Metallzylinder. An der Seite sind zwei Wasseranschlüsse, unten ist der Zulauf und oben der Ablauf. Geheizt wird der Donkey mit einem Holzfeuer, das abends entfacht wird. Wenn morgens der Warmwasserhahn geöffnet wird, fließt von unten kaltes Wasser in den Behälter und drückt das warme Wasser oben hinaus. Die Menge reicht bei vier Personen nur für eine kurze Dusche.

 

Titelbild Ausgabe 3/2013

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