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Himmelsmechanik
Analemma - die Himmlische Acht

Günter Beck

Abb. 1: Winkel, Kamera und Sonnenfilter

Abb. 2: Das Analemma

Günter Beck, Braunschweig

Der Begriff Analemma (griechisch für den Sockel einer Sonnenuhr) wird für die Figur gebraucht, die der Sonnenstand bei konstanter Mittlerer Ortszeit (MOZ) erzeugt. Diese Figur entsteht durch die Montage von Fotos der Sonne, die man täglich oder wöchentlich zur gleichen mittleren Ortszeit (das heißt auch: zu gleicher Zonenzeit an gleichem Ort) über ein Jahr gemacht hat. Wenn man am Ende des Jahres alle Sonnen-Bilder verbindet, erhält man das Analemma, eine gestreckte Acht.

Im August 2011 las ich einen Artikel über das "Himmelsmechanische Phänomen Analemma" in einer Zeitschrift für Astronomie. Dieser Artikel hat mich animiert, selbst ein Analemma zu fotografieren. Mir war klar, dass sich das Projekt über ein Jahr hinziehen würde und eine genaue Vorgehensweise, gepaart mit Disziplin und Ausdauer, Voraussetzungen für das Gelingen wären. Zu Zeiten der analogen Fotografie war es nur sechs Personen gelungen, ein Analemma auf ein einzelnes Stück Film zu bannen. Mit den heutigen Digitalkameras und Bildbearbeitungsprogrammen ist das Unterfangen etwas einfacher geworden.

Auf unserem Sportplatz fand ich einen geeigneten Ort, an dem ich meine Kamera positionieren konnte, um mindestens einmal wöchentlich vom gleichen Standpunkt und zur gleichen Uhrzeit ein Foto von der Sonne zu machen. Ich besorgte mir zwei Winkel aus dem Baumarkt und schraubte einen als Basis an einen Pfosten (Abb. 1). Der zweite Winkel diente als Gegenstück und bildete mit meiner Olympus-Kamera für ein ganzes Jahr eine Einheit. Somit war sichergestellt, dass bei der wöchentlichen Montage die Position der Kamera reproduziert werden konnte. Die Neigung der Kamera-Halterung zeigte auf die mittlere Höhe des zu erwartenden Analemmas und stellte sicher, dass die Sonne weder bei der Sommer- noch bei der Wintersonnenwende außerhalb des Bildfeldes liegt. Die Höhen der Sonne über dem Horizont liegen in unseren Breiten zu diesen Zeitpunkten bei 61,5 Grad bzw. 24,5 Grad.

Für die Aufnahmen benutzte ich einen Filter, den ich aus Sonnenschutzfolie und Gegenlichtblende bastelte. Nach einigen Probeaufnahmen entschloss ich mich für folgende Parameter: Brennweite: 14 mm; Blendenzahl: 3,5; Belichtungszeit: 1/200 sec; ISO: 200; Aufnahmezeit: 10.30 Uhr MEZ bzw. 11.30 Uhr MESZ. An Tagen mit niedrigem Sonnenstand und entsprechend geringerer Sonnenintensität oder dünner Bewölkung verlängerte ich die Belichtungszeit entsprechend. Für die Aufnahmezeit hatte ich mich entschieden, um eine in Richtung Osten geneigte Analemma-Figur zu erhalten. Am Nachmittag würde die "Acht" in Richtung Westen zeigen. Der Grund dafür ist, dass in den Wintermonaten die Sonne weiter südlich und tiefer steht als in den Sommermonaten.

 

Titelbild Ausgabe 3/2013

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