Sternzeit > Archiv / Suche > Ausgabe 3/2012 > Aktuelle Seite

Unser Sonnensystem
Hybride Sonnenfinsternisse

Hans-Dieter Gera

Abb. 1: Die ringförmig-totale Sonnenfinsternis vom 3. November 2013
Fred Espenak, NASA, GSFC

Hans-Dieter Gera, Bonn

Zentrale Sonnenfinsternisse, also totale oder ringförmige, sind verhältnismäßig häufig. Fast jedes Jahr treten sie auf. Nur alle vier oder fünf Jahre gibt es keine, dafür ereignen sich bis zu fünf partielle Finsternisse. Im aktuellen Jahrhundert, also zwischen 2001 und 2100, gibt es insgesamt 224 Finsternisse. Davon sind 77 partiell, 72 ringförmig, 68 total und 7 hybrid, d. h. ringförmig-total. Um letzterwähnten, seltenen Typ soll es in diesen Zeilen gehen.

Hybride Sonnenfinsternisse beginnen ringförmig, werden zur Finsternismitte total und enden dann wieder ringförmig. Die nächste wird sich am 3. November 2013 ereignen, die sternzeit wird zu gegebener Zeit darüber berichten (Abb. 1). Am 17. April 1912 fand eine hybride Sonnenfinsternis statt, die auch für Mitteleuropa von Bedeutung war. Die STERNZEIT berichtete in Ausgabe 2/2008 darüber. In diesem Jahrhundert kommt es überdies zu der äußerst seltenen Situation, dass zwei hybride Sonnenfinsternisse direkt aufeinander folgen, und zwar am 25. November 2049 und am 20. Mai 2050.

Kennzeichnend für hybride Sonnenfinsternisse sind die kurzen ringförmigen und totalen Phasen, die oft nur wenige Sekunden dauern. Der Grund hierfür ist der scheinbare Durchmesser des Mondes, der sich im Falle einer hybriden Sonnenfinsternis nur wenig von dem der Sonne unterscheidet. Bei rein ringförmigen oder totalen Finsternissen dauern die zentralen Phasen in der Regel mehrere Minuten. Der scheinbare Sonnendurchmesser beim irdischen Perihel im Januar beträgt 32,5´, beim Aphel im Juli 31,5´. Der scheinbare Durchmesser des Mondes beträgt im Perigäum 33,5´, im Apogäum 29,5´. Das bedeutet also, dass der scheinbare Monddurchmesser den der Sonne um maximal 2´ übertrifft bzw. um maximal 3´ unterschreitet. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass das Perigäum des Mondes im Gegensatz zu seinem Apogäum nicht konstant ist: Es schwankt zwischen 356.000 und 370.000 km, was sich auch auf den scheinbaren Durchmesser niederschlägt. Die Apogäumsentfernung des Mondes liegt bei 406.000 km. Die maximale Totalität erreicht 7 m 32 sec, ringförmige Phasen dauern höchstens etwa doppelt so lang.

 

Titelbild Ausgabe 3/2012

Dieser Text ist eine Leseprobe. Den vollständigen Text finden Sie in

Ausgabe 3 / 2012

Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis.

Die Sternzeit-Ausgabe 3 / 2012 können Sie bei Klicken zum Anzeigen bestellen.