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Astrophysik
Beteigeuze - ein Roter Überriese

Heinz Jürgen Beister

Abb. 1: Beteigeuze
Foto: H. Beister

Abb. 2: Das VLTI auf dem Cerro Paranal
Foto: PRI (MPIfR) 07/2009

Heinz Jürgen Beister, Ravensburg

Aus einer Laune heraus habe ich einige helle Sterne fotografiert. Die Ergebnisse sind faszinierend und haben einen eigenen Reiz. Nun bietet sich die Gelegenheit, den roten Überriesen Beteigeuze (Abb. 1) einmal näher vorzustellen. Er ist ja als Schulterstern des Jägers Orion einer der bekanntesten Sterne.

Das arabische Wort Beit Algueze ist vermutlich von Ibt al Jauzah - die "Achselhöhle des Riesen" abgeleitet. Kurioserweise kommt auch in Mittelerde dieser Stern vor: In der Elbensprache heißt er Borgil - der Feuerstern. Tolkien ("Herr der Ringe") lässt grüßen. Der Komponist Gustav Holst ("Die Planeten") hat 1929 ein Tongedicht "Betelgeuse" geschrieben ("Twelve Songs (Opus 48)").

Beteigeuze ist ein halbregelmäßiger Veränderlicher mit der 20-fachen Masse der Sonne, dessen Helligkeit in 5- bis 6-jährigen Zyklen ungefähr zwischen den Größenklassen 0 und 1 schwankt. Die Pulsationen des roten Überriesen verändern den Sterndurchmesser dabei um einen Betrag, der größer als der Radius der Erdbahn um die Sonne ist.

Am 13. Dezember 1920 hat man mit einem Michelson-Interferometer am 100"-Refraktor des Mount-Wilson-Observatoriums erstmals den Durchmesser des Sterns direkt bestimmen können - er liegt bei etwa 0,05" und damit im Auflösungsbereich moderner Großteleskope.

Neuere Untersuchungen mit dem Very Large Telescope Interferometer (VLTI) am Cerro Paranal (Abb. 2) in den Anden finden einen Durchmesser von 0,043", was bei einer Entfernung von 640 Lichtjahren rund 1,3 Milliarden Kilometer entspricht. Der Stern ist damit so groß, dass er, mit unserem Sonnensystem verglichen, den gesamten Raum fast bis zur Jupiterbahn einnehmen würde.

 

Titelbild Ausgabe 3/2012

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