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Raumfahrt
Rückkehr aus dem Weltall

Heinz Jürgen Beister

Abb. 1: Bordkarten
Bild: Jürgen Beister

Abb. 2: Start Orion
Credits: NASA

Heinz Jürgen Beister, Ravensburg

Ins Weltall fliegen und sicher wieder zur Erde zurückkehren - das können bislang nur die Amerikaner, Russen und Chinesen. Aber die Europäer haben mit dem Intermediate eXperimental Vehicle IXV ein ambitioniertes Programm, das ebenfalls in diese Richtung weist.

Es ist der 5. Dezember 2014 11:29 EST, irgendwo im Pazifik. Meine Familie war im Weltraum unterwegs und ist - Gott sei Dank - sicher wieder nach Hause zurückgekehrt. Das "Raumschiff" Orion wird gerade von der USS Anchorage sicher geborgen. Mit großer Aufregung haben die drei kleinen Kinder unserer Familie und deren Eltern an dem Raumflug teilgenommen und die Erde live aus einer Entfernung von 5.800 km gesehen. Die Original Flugtickets für dieses Abenteuer haben sie von der NASA bekommen.

Raumschiff Orion

Was wie eine Science-Fiction Geschichte klingt, war in Wirklichkeit neben der technischen Entwicklung eine gut gelungene Kampagne zur Begeisterung des Nachwuchsesfür die Raumfahrt. Die Flugtickets konnte man vor dem Flug online bei der NASA ordern. Name und Anmeldedaten wurden auf einem Chip gespeichert, der dann den Testflug der Orion im Dezember letzten Jahres mitmachte. Neben ziemlich vielen Raumfahrtbegeisterten waren natürlich auch einige Prominente der Sesamstraße, wie z. B. das Krümelmonster mit dabei.

Nicht auszudenken, wenn der Flug schiefgegangen wäre. Und so saß unsere Familie von den Jüngsten bis hin zu den Großeltern vor dem Bildschirm und erlebte den Start mit, der zunächst verschoben werden musste, bis endlich die Delta IV-Rakete mit den 2 Boostern donnernd in den blauen Himmel stieg. Start, Flug, Landung - ein paar Stunden kribbelnde Spannung bis zuletzt. Kein Videospiel kann da mithalten. Man war schließlich live dabei. Und tatsächlich habe ich mich immer gefragt, was man den Kindern wohl erzählt hätte, wenn die Rakete explodiert wäre. Live dabei, das ist immer ein Risiko! Man lebt schließlich nur einmal. Und natürlich habe ich jetzt absolut Weltraum erfahrene und begeisterte Enkel.

Europäische Raumfahrt

Ein ganz anderes Ereignis, in gewisser Weise nicht weniger spannend als das Orionprogramm, gab es dann am 11. Februar 2015. Diesmal war der Schauplatz Kourou in Französisch Guayana, der Weltraumbahnhof der Europäer. Der neu entwickelte Träger Vega brachte das experimentelle europäische Landemodul IXV in den Weltraum. Von dort kehrte es zur Erde zurück und landete im Pazifik. Auch diesen knapp 2-stündigen gelungenen Event konnte man live im Internet (ESA-TV) mit verfolgen. Hier wurden gleich zwei Programme in einem gemeinsamen Test weiterentwickelt. Einerseits ist die europäische Raketenentwicklung Vega eine Antwort auf die private Raketenindustrie Space X der USA und soll im international hart umkämpften lukrativen Markt der kommerziellen Satellitentechnik und Trägersysteme ("Launcher") Marktanteile sichern. Andererseits arbeiten die Europäer an einem eigenen Landemodul, das eines Tages den bemannten Flug zur ISS und die Rückkehr der Crew ermöglichen könnte.

 

Titelbild Ausgabe 2/2015

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