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Besuch beim 100 Meter Radioteleskop in Effelsberg

Peter Osenberg

Abb. 1: Das in einem Talkessel gelegene Radioteleskop

Peter Osenberg, Remscheid

Schon mehrmals hatte ich in den vergangenen Jahrzehnten eine öffentliche Veranstaltung beim größten beweglichen Radioteleskop Europas besucht oder war einfach nur so vor Ort gewesen. Doch dieses Mal sollte es eine private Führung geben, die einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen würde. Und wir sollten nicht enttäuscht werden.

Der kleine Ort Bad Münstereifel mit seinem Stadtteil Effelsberg liegt im Süden von Nordrhein-Westfalen, an der Grenze zu Rheinland-Pfalz. Ein gewisser Heinz Georg Kramm (besser bekannt als Heino) lebt dort und betrieb hier über viele Jahre ein Cafe. Effelsberg selbst liegt einige Kilometer außerhalb des Stadtzentrums. In idealer Lage, um dort in einem Tal ein Radioteleskop zu errichten.

Das Hauptbeobachtungsinstrument des Max-Planck-Institutes für Radioastronomie (MPIfR) wurde bereits 1972 fertiggestellt und war bis zur Jahrtausendwende das größte frei bewegliche Gerät seiner Art. Inzwischen gibt es in West Virginia (USA) ein geringfügig größeres Gerät mit einem 100 m x 110 m großen Spiegel. Von der Größe her werden beide noch von einigen Anlagen übertroffen, bei denen mehrere Einzelgeräte innerhalb eines großen Netzwerkes, eines sogenannten "Arrays", zusammengeschaltet sind. So z. B. in der Atacama-Wüste in Chile, außerdem das russische RATAN 600 oder auch das (noch im Bau befindliche) FAST in der chinesischen Provinz Guizhou. Das Effelsberger Teleskop hat aber seinen Spitzenplatz für den kurzwelligen Bereich der Radiostrahlung (etwa 6 mm bis 2,8 cm) bis heute behalten. Es kann im Wellenlängenbereich von 3,5 mm bis 35 cm eingesetzt werden, wofür insgesamt 18 verschiedene Empfangssysteme erforderlich sind.

Man unterscheidet bei Radioteleskopen also zwischen unbeweglichen und beweglichen Teleskopen. Letztere richten ihre Parabolantenne in der Regel auf den Zenit, bewegliche können die gesamte Hemisphäre abdecken. Neben der Größe eines Radioteleskops, die wie bei optischen Geräten ein Maß für die Empfindlichkeit ist, kommt es auch auf den Wellenlängenbereich an, den es abdecken kann. Während die großen Teleskope nur Wellenlängen im Meter- und Zentimeterbereich beobachten können, "hören" kleinere Teleskope, im Millimeterund Submillimeterwellenbereich. Doch diese Frequenzen werden von der Atmosphäre stark beeinträchtigt.

Radioteleskope werden neben der Beobachtung von Himmelskörpern dazu benutzt, um Daten von entfernten Raumsonden zu empfangen bzw. Befehle an diese zu versenden oder aber auch, um nach außerirdischen Intelligenzen zu suchen. Das Projekt SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence) sucht bereits seit über einem halben Jahrhundert nach möglichen Anzeichen und Signalen technischer Zivilisationen im All. In Effelsberg widmet man sich mehreren Forschungsgebieten, so z. B. "Moleküle und Sternentstehung", "Pulsare und Relativitätstheorie", "Galaxien und Magnetfelder" oder auch "die Radiostrahlung unserer Milchstraße".

 

Titelbild Ausgabe 2/2015

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