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Roter Mond und großer Mars unter dem südlichen Sternhimmel

Peter Stolzen und Dirk Hoppe, Remscheid

Abb.1: In der Sternwarte

Nach über 20 Jahren wieder nach Namibia! Wenn das kein Grund für eine Namibia Reise ist: die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts und der Mars in Erdnähe. Dazu noch die Möglichkeit, große Amateurteleskope zu benutzten. So starteten zwei langjährig begeisterte Amateurastronomen am 23.07.2018 die weite Reise nach Namibia zur Cuno Hoffmeister Gedächtnissternwarte, ca. 20 km südlich der namibischen Hauptstadt Windhoek.

Nach ca. 2,5 Std. Bahnfahrt und 10 Std. Flug ab Frankfurt erreichten wir am 24. Juli morgens um 5.30 Uhr unser Ziel. Die Cuno Hoffmeister Gedächtnissternwarte wird von Frau Sonja Itting Enke unterhalten und betrieben. In Zusammenarbeit mit der UNI Windhoek und der Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft (NWG), auch Namibia Scientific Society, wird hier astronomische Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Ein herzliches Wiedersehen mit langen Gesprächen beendete diesen anstrengenden ersten Tag.

Am darauffolgenden Tag wurde unsere mitgebrachte Fotoausrüstung montiert. Hierzu gehörten u.a. eine Vixen GP Montierung, diverse Objektive (Festbrennweiten von 16 bis 600 mm) sowie Kameras (analog und digital). Hierbei hat sich ein Spiegelobjektiv mit 600mm Brennweite als idealer Allrounder erwiesen - zum einen als Objektiv zur Fotografie (Mondfinsternis) und zum anderen als Guidingscope zur Nachführung der parallelmontierten Kameras (bis zu 4 Stück) auf der Vixen GP Montierung. Alles konnte ohne zusätzliche Übergepäckkosten transportiert werden. Nachgeführt wurde dabei klassisch mit beleuchtetem Fadenkreuzokular.

27. Juli: Tag der Finsternis. Bei absolut klarem Himmel ohne Wind und bei angenehmen Temperaturen begann um ca. 21.30 Uhr die totale Verfinsterung unseres Erdtrabanten. Je mehr sich der Mond in den zentralen Bereich des Erdschattens vorschob, umso deutlicher erschien das helle Band der südlichen Milchstraße - insbesondere das Milchstraßenzentrum, unweit vom Mars entfernt. Er stand nur wenige Grad rechts vom verfinsterten Mond und bot ebenfalls einen prächtigen Anblick, selten sah man ihn so hell. Zur Mitte der Finsternis um 22.22 Uhr sah man zwei rote Himmelsphänomene links unterhalb des Milchstraßenzentrums: beeindruckend! Nach 1 Std 43 min schließlich endete eines der farbintensivsten Naturschauspiele und ein zunehmend bläulicher Lichtsaum erschien am unteren Mondrand. Mit zunehmender Helligkeit des Mondes verblasste leider auch wieder die Milchstraße und um ca. 0.50 Uhr war von der intensiven Farbgebung nichts mehr zu sehen. Die Halbschattenphase endete auch kurz darauf.

 

Titelbild Ausgabe 1/2019

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