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Raumfahrt
Die sowjetische Raumfahrt (Teil 1)

Alexander von Behaim

Abb. 1: Nikolai Ivanovich Kibalchich (1853-1881)
Bild: Wikipedia

Alexander von Behaim, Inzlingen

Eine der ganz großen Weltraumagenturen ist die russische Raumfahrtbehörde POCKOCMOC/Roskosmos. Sie ging aus der sowjetischen RKA (Rossijskoje Kosmit scheskoj e Agenstwo) hervor, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von der neuen russischen Föderation gegründet wurde. Im Westen wurde die sowjet-russische Raketentechnik nicht sehr ernst genommen, da man wusste, dass die KPdSU sie zuvor fest im Griff hatte und ihre technischen Erfolge propagandistisch nutzte. Aus diesem Grund wusste man im Westen nicht, was sie wirklich geleistet hatte. Im Westen sind die Namen der russischen Raketenpioniere daher so gut wie unbekannt.

Kibalchich

Wem ist der Name Kibalchich (1853-1881) geläufig? Kibalchich war ein Sprengstoffspezialist und Raumfahrtvisionär, dessen Ideen die Raketentechnologie beeinflussten: So sollte z. B. durch bewegliche Steuerdüsen eine bemannte Rakete navigierbar werden.

Wie sein kurzes Leben von nur 28 Jahren vermuten lässt, hatte es in der Tat ein gewaltsames Ende gefunden. Der technisch hochbegabte Kibalchich baute einen Sprengsatz für den revolutionären Geheimbund Narodnaja Wolja (Volkswille), der in der Karosse Alexander II. explodierte. Der Attentäter ging der Ochrana (zaristischen Geheimpolizei) schnell ins Netz und die Namen seiner Komplizen, darunter auch Kibalchich, wurden aus ihm herausgeprügelt. Alle wurden am 3. April 1881 hingerichtet. Obwohl die Narodnaja Wolia mit den Kommunisten nichts im Sinn hatte, beriefen sich die Kommunisten auf ihn und machten ihn zum sozialistischen Revolutionär, was er aber nie war. Dass er einer der ganz Großen in der Raketentechnik war, erkennen wir daran, dass ein Krater auf dem Mond nach ihm benannt wurde: Kibalchich 3° 00' N 146° 30' W 92 (auf der Mondrückseite).

Ziolkowski

Die Väter der Raumfahrt waren der Amerikaner Robert Goddard (1882-1945) und Hermann Oberth aus Deutschland (1894-1989). Doch der erste Mensch, der sich wissenschaftlich mit Raketen auseinandersetzte, war der Russe Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski (1857-1935).

 

Titelbild Ausgabe 1/2014

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